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Andacht
Weise
mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir.
Psalm 86, 11
Frisch, wenngleich nicht mehr tau-frisch, liegt es
vor uns: Das Jahr 2012! Im Januar ist doch Zeit, vieles neu anzugehen, ob neue
Vorsätze oder alte Gewohnheiten, und wir fragen uns: Was wird es bringen? Wohin
werden wir gehen? Was werden wir am Ende dieses Jahres erlebt haben? Ein neues
Jahr ist auch immer wieder eine Möglichkeit, Gott neu ins eigene Leben
einzuladen. Und da bietet der Monatsspruch im Januar uns Worte an, die wir an
Gott richten können:
Herr, zeige mir den richtigen Weg, damit ich in Treue zu dir mein Leben führe!
Lass es meine einzige Sorge sein, dich zu ehren und dir zu gehorchen! Psalm
86,11
(Gute Nachricht)
Zugegeben das klingt nicht so richtig einfach. In Treue zu Gott sein, das fällt
mir nicht immer leicht! Und es ist auch vermutlich im Jahr 2012 nicht meine
einzige Sorge, Gott zu ehren und ihm zu gehorchen. Trotzdem: Gott um Wegführung
zu bitten, das machen viele Menschen. Und in der Bibel ist der Weg wohl der
zeitlich intensivste Aufenthaltsort der Menschen. Alle machen sich auf besagten
Weg, sind schon auf ihm oder grade von ihm abgekommen. Abraham mit Großfamilie,
das komplette Volk Israel, Jakob, der vor Esau flieht, Paulus, der das
Christentum auf den Weg bringt: Alle sind ständig unterwegs! Ganz zu schweigen
von Jesus, der heutzutage wahrscheinlich die goldene Wandernadel verliehen
bekäme.
Und auch in unserem Leben geht es doch viel ums
Unterwegssein, auf der Autobahn oder im Zug, mit dem Rad oder Schulbus: Wir sind
eben die mobile Gesellschaft. Doch wenn es gerade heute so viele Wege gibt, ist
es dann überhaupt möglich, DEN Weg zu finden?
„Der Weg ist das Ziel“ so sagt man gerne. Und ich glaube, wenn es um unser Leben
geht, dann ist das tatsächlich so. Leben bedeutet oft Umwege zu gehen, manchmal
ganz bewusst. Nicht erst Turbo-Abi, dann Turbo-Master, Turbo-Karriere - und
irgendwie trotzdem das Gefühl, etwas zu verpassen. Da tut es gut, unsere Wege
jemandem anzuvertrauen, der mehr sieht, als unsere Vorstellungen vom Leben.
Da fällt mir doch ein altes, sehr viel sagendes Lied ein, das mich schon in
meiner Konfirmandenzeit tief beeindruckt hat: „Befiehl du deine Wege und was
dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der
Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da
dein Fuß gehen kann.“
Wir dürfen uns Gottes Wegführung und seiner Pflege anvertrauen. Er ist treu und
kennt die Wege, auf denen wir Halt haben und auf denen wir gerne unterwegs sind.
Ich wünsche uns, dass es uns allen leicht fällt, unsere Wege Gott anzuvertrauen
und ihn einzuladen, an unserer Seite zu sein beim Spaziergang auf der
Sommerlebenswiese genauso wie am Steilhang, den Abgrund vor Augen.
Sabine Herwig
Bezirksnachrichten

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